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Auch die Engel essen Bohnen


Finn und Olaf beim zubereiten von Bohnen mit Speck

07.06.2020

Einigermaßen ausgeruht wachte ich am Morgen auf. Lediglich meine Isomatte hatte ganz langsam Luft über Nacht verloren, was laut Hersteller eigentlich nie vorkommen kann. Er gibt sogar eine lebenslange Garantie und hätte sie mir mit Sicherheit auch sofort anstandslos gegen eine neue eingetauscht, wenn er heute Nacht vor Ort gewesen wäre. War er aber leider nicht und wird er auch mit Sicherheit bis heute Abend nicht sein. Also werde ich sie wohl in den nächsten Nächten wieder alle drei Stunden aufpusten müssen… Aber das sind Kleinigkeiten und nicht weiter erwähnenswert. In Hamm gibt es eine Unterwegs Filiale, da kann ich Ersatz beschaffen.

Die Jungs lagen noch friedlich in Morpheus Armen und ich kochte mir gemütlich in der Morgensonne einen Kaffee. Dann tauchte der Hausherr mit Brötchen auf. Ich weckte die Jungs, ging schön heiß duschen, danach frühstückten wir und machten uns auf in Richtung Warendorf. Die Strecke war abwechslungsreich und wir bemerkten nach einer Stunde, dass wir bereits sechs Kilometer zurückgelegt hatten. Es lief sich, wie von selbst. Zwischenzeitlich regnete es mal kurz, aber das lohnte das Poncho anziehen nicht. Wir erreichten recht früh Warendorf und suchten im Stadtpark Schutz vor einem plötzlichen Platzregen. Die Esel nutzten das kalte Buffet, was der Gärtnerdienst der Stadt Warendorf ihnen so nett angerichtet hatte.

Nach dem Regen verließen wir die Stadt in Richtung Freckenhorst, dort gibt es eine große Kirche mit Garten und wir hatten die Hoffnung dort für die Nacht bleiben zu können. Doch dort angekommen trafen wir leider niemand an, den wir hätten fragen können.

Larry döst ganz gerne vor Kirchen

Also machten wir uns auf in ein nahegelegenes Waldgebiet. Wir fanden einen kleinen Pfad, der uns in einen recht schönen Mischwald führte. Er wirkte auf den den ersten Blick ideal für eine Übernachtung. Wir nahmen auf einer Bank Platz und Lukasz stiefelte los, um die Gegend zu erkunden. Nach kurzer Zeit kam er zurück und berichtete von zwei perfekten Plätzen für uns allerdings wäre ihm aufgefallen, dass hier überall Plaketten mit Namen und Daten an den Bäumen hingen. Jetzt wo er das sagte, viel es mir auch auf. Wir waren in einem Friedwald gelandet.

Ich fand die Idee des Friedwalds bis jetzt eigentlich immer super, aber gestern vielen mir einige Baumstümpfe mit Plaketten dran auf und man konnte sehen, das der Baum frisch gefällt war und die Person darunter gerade mal ein Jahr beerdigt war. Wahrscheinlich war der Baum krank oder anderweitig beschädigt und ein Fällen ließ sich nicht vermeiden. Aber für die Verwandten des Toten, die ihn unter dem Baum begraben haben, muss es ein merkwürdiges Gefühl sein, wenn der Baum kurz darauf eingeht. Vielleicht bestätigt es aber auch nur ihre Meinung über die Ausstrahlung des Toten zu Lebzeiten. Wie dem auch sei, ein Friedhof bietet sich schon von seiner Grundidee her nicht als Schlafplatz für Tagesgäste an. Also beschlossen wir weiterzuziehen.

Wir liefen also noch ein Stück die Strasse runter und fanden schließlich ein Waldstück ohne Plaketten an den Bäumen, aber mit einem idealen uneinsichtbaren Platz für die Nacht. Finn und ich spielten den Küchenmeister und bereiteten einen großen Pott Bohnen mit Speck zu. Das ist stets bekömmlich und verhindert das Frieren in der Nacht!

Nach dem Essen schnappten Lukasz und Finn sich die Wassersäcke und gingen nochmal in den Ort, um Wasser für die Esel zu holen und ich baute langsam auf.

Die Jungs beim Aufbau des Eselgeheges
Froh ist der, der die Bohnen hält
Das abendliche striegeln

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