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  • Olaf

Auf nach Lohmar


Fussel blickt erwartungsvoll in die Zukunft

22.06.2020

„Eckahat die Russen sind da…“, dachte ich bei mir, als mich mitten in der Nacht so gegen halb zwei eine Sirene aus dem Schlaf riss. Sie war ohrenbetäubend laut, als würde sie direkt neben mir stehen und durch das Hallen im Wald hatte sie einen bedrohlichen Nachklang. Hier war kein Ort in der Nähe, von dem sie so laut hätte rüberschallen können. Auch war das nicht der Intervall und Klang, den ich von der Feuerwehrsirene aus meinem Dorf kenne. Diese klang wesentlich aggressiver. Plötzlich stiegen ganz in der Nähe Hubschrauber auf. Was immer das auch ist, ich werde es hier aus meinem Schlafsack nicht ändern können und wenn das wirklich die Russen sind, dann sind sie sicher morgen auch noch da. Also drehte ich mich wieder um und schlief auf meiner über die Nacht inzwischen ganz platt gewordenen Luftmatratze ein. Am nächsten Tag fanden wir heraus, dass wir in unmittelbarer Nähe eines Truppenübungsplatzes genächtigt hatten.

Unser Eselgehege hatte super gehalten, wie ich nach dem Aufstehen feststellen konnte. Alle Sachen waren trocken, der angekündigte Regen über Nacht war ausgeblieben und wir konnten ganz entspannt unseren Kram zusammenräumen.

Weiter ging es der Landstrasse nach immer weiter auf Bonn zu. Bonn klang sehr verheißungsvoll. Schließlich wartete da eine neue Luftmatratze auf mich, so hoffte ich wenigstens. Die Jungs von Unterwegs hatten telefonisch zugesagt, dass ich die in Hamm gekaufte Matte in Bonn gegen eine neue umtauschen können würde. Sie sei bereits auf dem Weg dorthin. Außerdem ist Bonn eine Etappe des Weges nach Santiago und man kann dort am Münster seinen Pilgerpass bekommen. Ich war also ein bisschen voller Vorfreude auf unsere alte Bundeshauptstadt.

Wir waren zeitig aufgebrochen und kamen gut vorwärts. Wir wollten heute nur bis kurz vor Bonn gehen, um dann morgen genug Kraft zu haben, die Stadt komplett zu durchqueren, da die Chancen in der Stadt einen sicheren Schlafplatz zu finden wenig aussichtsreich sind.

Das Wetter war wunderbar und wir erreichten den Ort Lohmar recht zeitig. Es war der letzte Ort vor Bonn mit einem Waldstück dran, was sich für eine Übernachtung eignen könnte.

Wir deckten uns im örtlichen Supermarkt mit Verpflegung ein in stapften los in den Wald. Natürlich ging es wieder bergauf. Wir fanden nach kurzer Zeit eine recht ideal gelegene Schutzhütte und richteten uns häuslich ein. Lukasz kocht Chilli con Carne und ich nutzte die Zeit für Büroarbeit und Telefonate.

Lukasz am Morgen bei Zusammenräumen
Hinter dem Baum rechts versteckt sich Robin Hood
Das Wetter ist ein Traum
Vorbereitungen für die Nacht
die Esel werden zu Bett gebracht



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