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  • Olaf

Die ersten Schritte sind getan!

Aktualisiert: Juni 3


Die ersten Schritte aus Martfeld sind gemacht ...

„Das läuft ja gar nicht, wie geplant…“, bemerkte Lukasz kopfschüttelnd keine fünf Minuten nachdem wir uns am Ortsausgang unseres Heimatdorfes Martfeld von Allen verabschiedet hatten. Ich wunderte mich, was er wohl meinte. Eigentlich hatte doch alles letztendlich gut gepasst. Wir waren Punkt 13 Uhr startklar und das bei allen Wiedernissen der letzten Tage und Wochen. „Eigentlich wollten wir uns zwei Esel kaufen, damit wir diesmal keinen Rucksack mehr schleppen müssen und nun schlepp ich hier nen Rucksack, der ist schwerer als beim letzten Mal…“, murmelte er vor sich hin. Ich musste laut lachen. Bei der ursprünglichen Planung waren wir in der Tat davon ausgegangen, dass wir zu zweit mit zwei Eseln laufen und so haben wir uns bei den Vorbereitungstouren unsere normale Ausrüstung mit ein zwei Luxusgütern aufgebessert. An kleine Klappstühle, eine größere Powerbank oder auch eine dritte Unterhose kann man sich schnell gewöhnen. Nun sind wir aber nicht mehr zu Zweit und bei den Vorbereitungstouren hatten wir weder für uns noch für die Tiere größerer Notvorräte mit. Auch ist natürlich zu dieser Jahreszeit wärmere Kleidung nötig, als bei unserer Sommertour 2018. Dazu kommt, wir haben aus den längeren Unwettern, die wir damals durchstehen mussten einige Lehren gezogen und daraufhin unsere Ausrüstung etwas modifiziert. Beispielsweise haben wir beide dieses Mal ein größeres Tarp und eine zweite Regenjacke dabei. Auch haben wir mit Finn einen dritten Mitreisenden und morgen gesellt sich voraussichtlich ein Vierter dazu. Die haben zu allem Überfluss beide auch noch selbst Gepäck dabei.

Die Esel sollen mit uns diese Strecke nicht nur durchstehen, sondern sich dabei auch wohlfühlen. Also haben wir Larry und Sjörd nur mit etwas mehr als der Hälfte an Gewicht bepackt, welches sie eigentlich tragen könnten. Das bedeutet für uns, dass wir doch wieder Rucksäcke auf dem Rücken tragen. Lukasz hatte, weil sein Rucksack am Morgen der Leerste war die ganzen Lebensmittel und Getränke aufgebrummt gekriegt, die wir den Eseln nicht mehr zumuten wollten. „Wer ist hier jetzt der Esel?“ fragte er mich darauf. Da ist man keine fünf Minuten auf dem Weg nach Santiago und schon tun sich elementare Fragen auf, dachte ich bei mir…

Dieses ganze Unternehmen ist nur möglich, weil im Vorfeld dieser Reise eine Menge Leute diese Idee nicht nur gut fanden, sondern auch aktiv unterstützt haben. Allen voran meine beiden Arbeitgeber von JaZZ 2010, die uns im Hintergrund gut mit auf den Weg gebracht haben. Aber auch mein privates Umfeld hat mir nicht nur einiges erleichtert, sondern auch tatkräftig mitgeholfen, daß wir die Chance erhalten dieses Abenteuer erleben zu dürfen. Ohne Stephie wären wir erst in zwei Wochen vom Hof gekommen. Vielen Dank an alle und vor allem auch dafür, dass Ihr es ausgehalten habt, dass ich im Vorfeld dieser Reise oft etwas angespannt war.

So dann haben wir das auch gehabt, kommen wir nun zurück zum heutigen Tag. Wir hatten angekündigt, dass wir um Punkt 13 Uhr den Hof verlassen. Eigentlich war 11 Uhr angepeilt, aber die Erfahrung hat gelehrt, dass eigentlich immer etwas unerwartetes dazwischen kommt. So war es auch heute. Beim Zusammenbau von Sjörds Sattel passten die beiden Stangen, an denen die Satteltaschen befestigt werden, nicht mehr auf die Schrauben im Holz. Der Tischler meines Vertrauens hatte in der letzten Woche die hintere Strebe des Sattels noch etwas verbreitert und nun passten die Bohrungen der Stangen nicht mehr. Also ging ich mit Finn in unsere Werksatt und wir sägten und bohrten uns mal eben aus einem alten Zeltgestänge zwei neue Satteltaschenhalterungen. Normalerweise geht ja mal eben gerne mal eben daneben, aber heute klappte es komischerweise und Dank unseres eingeplanten Zeitpuffers von zwei Stunden, kamen wir auch mit dem Rest der Vorbereitungen nicht ins Schleudern. Meine Familie, Freunde, Bekannte und meine beiden Chefs erschienen und wir marschierten gemeinsam zum Ortsausgangsschild unseres ehemals schönen Dorfes. Wir verabschiedeten uns bei Sonnenschein und zogen dann los bei Regen. Keinen Kilometer später waren wir platschnass mit Wasser oben drauf. Aber dann ließ der Regen nach und wir trotteten langsam durch die Felder vorbei an Bruchhausen-Visen ins schöne Berxen auf ein gemütlicher Waldgrundstück bei Freunden, wo die Esel und wir heute Nacht die Wiese düngen dürfen. Wir waren alle doch etwas müde nach den letzten Tagen und es war sehr gut, dass Stephie dann mit einer Lage Pizza vorbei schneite und den ein zwei Kleinigkeiten, die wir dann doch zu Hause liegen gelassen hatten.



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