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  • Olaf

Die Karawane zieht weiter

Aktualisiert: Juni 4


Ausmarsch aus Twistringen

04.03.2020

Ich wachte vom Klang der Twistringer Kirchenglocke auf. Da ich aufgrund meines Tiefschlafes nicht vom ersten Glockenton mitgezählt hatte, wunderte ich mich zunächst,dass es um zwei Uhr Nachts langsam hell wurde. Doch der Blick auf die Uhr belehrte mich eines Besseren. Es gab keinen Grund sich zu wundern, Tageslicht und Zeit stimmten überein und signalisierten einstimmig, dass es an der Zeit war endlich in Gang zu kommen und aus dem warmen Schlafsack zu kriechen. Aber wenn alles um einen rum feucht ist und die Außentemperatur lediglich aus zwei Grad besteht, dann ist die Motivation die warme Schlafstätte zu verlassen eher gering. Doch die Natur steht einem wie so oft auch in solchen Momenten hilfreich zur Seite und sorgt mit einem leichten aber stetig zunehmenden Druck auf die Blase dafür, dass man irgendwann nur noch die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten hat, einnässen oder aufstehen. In meinem Alter entscheidet man sich in solchen Situationen eigentlich noch für die Zweite. So war es auch heute und ich stand auf. Alle anderen waren noch am Schlafen, wie man deutlich hören konnte, wobei ich mir bei Fischi nicht ganz sicher war, ob er schnarchte oder heimlich probte ein etwas anspruchsvolleres modernes klassisches Musikstück mit Pfeiftönen zu interpretieren. Lediglich die Esel standen friedlich in der Gegend herum und guckten mich erwartungsvoll an. Ich erledigte, was ich erledigen musste und widmete mich dann dem Bürsten der Esel, Dies dient nicht nur der Pflege des Fells, sondern ich kann dabei auch gut den Esel inspizieren und gucken, ob mit ihm äußerlich alles in Ordnung ist. Ferner ist es wichtig, dass das Fell unter dem Sattel und den Riemen frei von störendem Schmutz ist, um Scheuerstellen zu vermeiden.

Ich packte langsam mein Zeug zusammen und war nach einiger Zeit echt genervt, dass sich bei den Anderen so gar nichts rührte. In dem Moment meldete sich Lukasz zu Wort und meinte, wir müssten die Anderen langsam wecken, sonst kämen wir nicht weiter. Man merkt inzwischen echt seine Erfahrung und dass er ernsthaft vor hat diese Wanderung durchzuziehen. Er war heute Morgen eine große Hilfe, er weckte die Anderen und organisierte den Abbau. Ich ging mit Finn zum Bäcker und holte Frühstück für unsere kleine Reisegruppe, Wir stärkten uns in Ruhe nd marschierten dann los. Das Tagesziel hieß Barnsdorf. Wir müssen am Donnerstag noch beim Veterinäramt in Diepholz vorsprechen für das amtsärztliche Reiseformular für Larry und Sjörd. An der B51 gibt es eine Fussweg und so beschlossen wir den direkten Weg entlang der Bundesstrasse zu nehmen. Wir taperten so ruhig vor uns hin, machten ein paar Pausen und erreichten schließlich eine kleine Seitenstrasse ein paar Kilometer vor Barnsdorf. Die Sonne war ein wenig durchgekommen und wir fanden es war Zeit für eine kurze Rast. Da bog ein Auto zu uns ein und ein junger Mann stieg aus und sprach uns freundlich an. Seine Mutter hätte auch gerade einen Eselkurs gemacht und er fände das gut, was wir da machten. Ich ergriff gleich die Chance und fragte ihn, ob er eventuell in Barnsdorf jemanden wüsste, wo wir die Nacht verbringen könnten. „In Barnsdorf nicht, aber hier bei meinen Eltern gleich um die Ecke könnte das gehen“, entgegnete er. Er telefonierte kurz mit seiner Mutter und kurze Zeit später standen wir keine 300 Meter von der Stelle entfernt, an der wir den jungen Mann getroffen hatten, in einem schönen gepflegten Garten. Es gab fließend Wasser und sogar ein beheiztes Gäste WC. Das lag zwar einige Kilometer vor unserem Tagesziel, aber wer weiß, ob wir dort eine vernünftige Moglichkeit zum Übernachten gefunden hätte. Besser als in diesem Garten geht es eigentlich nicht. Ich fuhr mit dem jungen Mann noch kurz einkaufen und wir kochten uns gemütlich Bohnen mit Speck.


der Küchenbereich ist heute sehr gut ausgestattet

zur Abwechslung kochen wir mal was mit Bohnen

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