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  • Olaf

Ein Tag im F1


endlich zurück vom Einkaufen

03.07.2020

Das mit dem früh Schlafen gehen war ein Schuß in den Ofen. Wegen der Hitze und der geringen Ausmaße unseres Zimmers, mussten wir das Fenster zum Hinterhof auflassen. Sobald die Nacht hereingebrochen war, fing um uns rum das Leben an zu toben. Auf dem Parkplatz hatten ein paar, wie sag ich das jetzt nur politisch korrekt? Menschen mit mehr Farbpigmenten in der Haut als ich, deren ursprüngliche Abstammung der afrikanische Kontinent ist, einen Grill angezündet. Fast alle Fenster waren geöffnet und es drang Musik und Stimmengewirr in den Hinterhof. An vielen Fenstern standen die Gäste,rauchten und tranken. Aus dem Nebenzimmer hörte man seit einer halben Stunde das Schreien eines Babys. Aus dem Fenster gegenüber lehnte ein Typ und ein anderer hing mit einer Dose Bier in der Hand darüber und es sah schwer so aus, als würden die Beiden da… Ich zog sofort Finn und Lukasz vom Fenster weg und schloss dieses. Im Flur grölte jemand auf Französisch mit seiner Frau rum und das Baby nebenan schrie immer noch, aber es war auf einmal viel lauter geworden. Ich warf einen Blick auf den Flur und ich traute meinen Augen nicht. Da stand gottverlassen ein Kinderwagen mit einem schreienden Baby darin einfach auf dem Gang. Ich schloss die Tür wieder und überlegte einen Moment lang, was ich unternehmen könnte. Eine besetzte Rezeption gab es hier nicht, auch keine Telefonnummer, die man hätte anrufen können. Wir wussten auch nicht zu welchem Zimmer das Baby gehörte, so konnte ich auch niemanden direkt ansprechen. Kurze Zeit darauf hörten wir eine Tür knallen und dann eine laute schimpfende Frauenstimme. Die Mutter hatte wohl gemerkt, dass ihr Kind zu laut für die Nachtruhe sei und schrie es nun erst einmal ordentlich zusammen. Dann knallte wieder eine Tür und es war auf einmal Ruhe zumindest für zehn Minuten, dann schrie das Kind wieder so laut es konnte. Das Gebrülle erfüllte wieder seinen Zweck, die Mutter eilte herbei und schenkte dem Kind Aufmerksamkeit, in dem sie es wieder lauthals anschrie, aber diesmal nahm sie es scheinbar mit ins Zimmer, denn das Schreien klang danach etwas abgedämpfter. So langsam beruhigte sich auch das restliche Hotel und gegen drei, halb vier schliefen wir dann langsam ein.

Am Morgen kontrollierten wir Finns Hab und Gut und es war immer noch viel zu nass, um damit weiterzulaufen. Also verlängerte ich um eine Nacht das Hotel und Lukasz und ich machten uns auf, Lebensmittel zu besorgen. Das ist in Frankreich so eine Sache. Es gibt eigentlich nur ganz große Supermärkte und die sind einfach irgendwo mitten in der Landschaft und ungünstig zu Fuß zu erreichen. Wir mussten als ca. 4 Kilometer durch ein Industriegebiet laufen. Es war heiß und gab so gut wir keinen Schatten. An uns schoben sich unendliche Mengen an Autos vorbei. Es war laut, heiß und stank. Wir brauchten ziemlich lange für den Einkauf. Finn, der aufgrund von Kleidermangel im Hotel bleiben musste, war schon ganz besorgt, als wir wiederkamen. Den restlichen Tag verbrachten wir mit Wäsche waschen, trocknen und essen. Ich machte die Kasse für die bisherige Reise und schrieb ein paar Zeilen für den Blog. Am Abend waren auch Finns Sachen alle wieder trocken, so dass einem frühen Aufbruch am nächsten Tag nichts mehr im Wege stand.




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