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  • Olaf

Ein Tag in Saint-jean-pied-de-port


Die Brücke von St Jean-Pied-de-Port

08.07.2020

Wir nahmen um 12 Uhr Mittags den Zug nach St. Jean-Pied-de-Port. Als ich 2010 zum ersten Mal mit diesem Zug fuhr, war er bis oben hin voll mit Pilgern. Sie standen dichtgedrängt in den Gängen. Man konnte sich kaum bewegen. Heute waren nur ein paar Leute im Zug, von denen außer uns Dreien noch drei weitere Personen anhand ihrer Kleidung und ihres Gepäcks als Pilger auszumachen waren.

Die Sonne strahlte uns freundlich aus einem blauen Himmel an, als wir an dem kleinen Bahnhof des Ortes ankamen. Wir machten uns als erstes auf zum Pilgerbüro. Normalerweise steht dort eine Traube Pilger vor, die auf Abfertigung wartet. Heute waren es außer uns noch vier andere Pilger. Anders als am Trierer Dom wurden wir hier sehr freundlich begrüßt und wir erhielten einen neuen Pilgerpass. Natürlich hätten wir auch mit dem aus Trier weiterreisen können, aber der ist wie bereits erwähnt von der katholischen Kirche ausgestellt. Der französische Pass ist von den Amis de Chemin, wie die Freunde des Weges hier heißen. Das war uns allen Dreien wesentlich lieber. Diesmal gab es auch eine vernünftige Muschel. Die nette Dame im Pilgerbüro gab uns dann noch jede Menge Infomaterial und einen Zettel mit den aktuellen Regeln für Pilger während der Corona Krise. Demnach muss man sobald man in einen Ort kommt eine Einwegmaske tragen. Diese darf man aber höchstens 7 Stunden benutzen, ferner braucht man große Müllsäcke, in denen man den Rucksack verpacken kann, wenn man in eine Herberge kommt. Auch Einweghandschuhe und ein Desinfektionsmittel auf Alkoholbasis, sollte man mit sich führen. Ferner gibt es wohl in den Herbergen kein Geschirr und keine Decken.

Nachdem wir nun mit Infos, Zetteln und guten Ratschlägen gewappnet waren für den Weg, machten wir noch ein paar Besorgungen, einen neuen Hut für Lukasz und ein neues Taschenmesser für mich. Wir checkten in eine kleine Herberge ein. Eigentlich waren Hunde verboten, aber ich handelte aus, dass Fussel und ich auf der Terrasse schlafen konnten. Nun ging es zum Supermarkt, Vorräte für den morgigen Tag holen. Nach einer großen Pizza für jeden, ging es dann in die Herberge, wo wir dann noch einige Zeit nett zusammen saßen und den morgigen Gang über den Pass planten. Die erste Etappe des Camino Frances ist so ziemlich die Schönste auf dem Weg, aber gleichzeitig auch mit die Schwerste. Es geht über einen Pass in den Pyrenäen zunächst auf eine Höhe von 1400 und dann wieder auf 880 Meter runter ins spanische Roncesvalles. Die ganze Strecke ist etwas über 25 Kilometer lang und extrem anstrengend. Ich bin bis jetzt zweimal über den Pass gegangen, einmal bei Dauerregen und einmal bei Nebel und Schnee. Das war jedesmal eine Herausforderung. Morgen erwarten uns bis zu 30 Grad und am Abend eventuell ein Gewitter. Schaun wir mal


rechts das Pilgerbüro

Coromino 2020
Lukasz wartet auf uns Einkäufer


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