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  • Olaf

Endlich in Süddeutschland


11.03.2020

Die Nacht war recht zügig vergangen. Der Wind war so stak, dass es überall zog und flatterte. Doch gegen Morgen beruhigte sich das Ganze und ich meinte beim Aufwachen sogar Vogelgezwitscher zu vernehmen. Ich freute mich, dass mein Tarp inzwischen knochentrocken war und schlüpfte aus meiner Behausung, um mir im Gemeindehaus einen Kaffee zu machen. Gut gelaunt kehrte ich mit einem dampfenden Becher Kaffee zurück. Doch irgendetwas ist ja immer. Kaum regnet es mal nicht und man freut sich, dass man das Tarp an diesem Tag trocken einpacken kann, da kacken einem die Vögel aufs Dach. Ich war schon bei dem fröhlichen Gezwitscher beim Aufwachen insgeheim skeptisch geworden. Überschwängliche Fröhlichkeit am Morgen ist immer verdächtig. Was für Spaßvögel dachte ich bei mir und widmete mich endlich meinem Kaffee.



Die Jungs kamen auch langsam in Gang. Finn besorgte im Ort Frühstück und Lukasz und ich reinigten die Räumlichkeiten, die wir benutzt hatten.



Gegen elf verließen wir die nette Stätte und machten uns auf den Weg Richtung Osnabrück. Wir hatten gestern gemeinsam entschieden, dass ein Gang direkt durch die Stadt mit den Eseln mehr Last als Vergnügen für uns sein würde. Also hatten wir uns eine Route auserkoren, bei der wir die Stadt nur leicht streifen würden und welche uns fern der Hauptstrasse quer durch die Landschaft führte. Seit Bohmte hat sich die Landschaft verändert. Es ist hügeliger geworden und man hat langsam das Gefühl in der Fremde zu sein, oder zumindest schon einmal in Süddeutschland.

Ebenso wie mit der Landschaft ging es mit dem Wetter den Tag über auf und nieder. Aber wir kamen gut voran. Wir wollten nach Bissendorf, einem kleinen Ort westlich von Osnabrück und gingen gerade eine Straße hinab zu einer kleinen Ortschaft, da lief auf einmal jemand hinter uns her und rief, ob wir vielleicht mal anhalten könnten. Ich war erst ein wenig genervt, weil anhalten mit den Eseln ist immer so eine Sache. Nicht, dass sie nicht stehen blieben. Das ist kein großes Problem, aber wenn der Esel sich erst einmal mit dem Gedanken abgefunden hat, dass er jetzt steht, dann ist er nur sehr ungern bereit, von diesem Gedanken gleich wieder abzuweichen. Das heißt das wieder loslaufen ist oft sehr beschwerlich und erinnert an eine große, schwere Dampflock, die sich erst mal langsam auf Touren schnaufen muss, bis sie schließlich gut ins Laufen kommt. Aber der Typ wirkte nicht, wie einer der typischen wo wollt ihr denn hin, ach so ja, dann muss ich schnell ein Foto machen Leute, die uns sonst so anhalten. Wir kamen ins Gespräch und kurze Zeit später lud er uns auf einen wunderschönen, großen Berghof auf einen Kaffee ein. Nachdem er die übrigen Mitbewohner gefragt hatte, konnten wir für die Nacht bleiben. Die Jungs bekamen ein Gästehaus mit Dusche und WC und die Esel und ich eine große Koppel am Hang unterhalb des Hauses.

Am Abend holte mich mein in Osnabrück lebender Cousin mit dem Auto ab und ich konnte so bequem in einem Outdoorshop in der Stadt die fehlenden und kaputten Ausrüstungsgegenstände ersetzen.











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