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In Onkel Dieters Hütte


Auch Larry mag den Geruch von Bohnen

15.06.2020

Wir waren heute ausnahmsweise mal gegen acht startklar und verließen nach einer herzlichen Verabschiedung das Gemeindehaus der Jakobusgemeinde. Lukasz hatte kurz hinter Iserlohn auf der Karte eine Nothütte mitten im Wald ausgemacht. Das erschien uns ein gutes Ziel. Wir stiefelten also los. Die Gegend hier wird immer hügeliger und anstrengender, aber auch schöner. Wir kamen gut voran und erreichten ziemlich bald die Waldstadt Iserlohn. Ein kurzer Stop zwecks Frühstück vor einem der örtlichen Supermärkte und dann ging es weiter. Wieder wurden unzählige Fotos gemacht. Oft aus fahrenden Autos. Ich bin mal gespannt, wann es den ersten Unfall gibt, denn viele Autofahrer knipsen uns während sie vorbei fahren und dabei achtet eigentlich keiner von ihnen auf den Verkehr. Das galt heute übrigens auch für einen Streifenwagen. Ein Herr im Supermarkt fragte mich sogar, ob das eigentlich legal wäre mit Eseln zu laufen. Ich antwortete ihm, dass das kein Problem wäre solange der Tüv von dem Esel nicht zu lange abgelaufen wäre und die AU noch gültig sei.

Aus Iserlohn raus ging es über eine ordentliche Steigung hinauf in den Wald. Wir kamen heute unglaublich gut voran, was bedeutete, dass wir gegen 14 Uhr bereits die Schutzhütte erreicht hatten. Finn machte sich auf, unsere Wassersäcke in einem nicht weit entfernten kleinen Fluss zu füllen und Lukasz und ich errichteten das Eselgehege neben der Hütte. Mir gefiel das für die Nacht aber gar nicht. Ich habe in der Nacht die Esel gerne im Blickfeld, falls mal was mit ihnen ist. Also beschlossen wir die Esel für die Nacht einfach mit zu uns in die Hütte zu nehmen. Aber zunächst mussten wir erst einmal für unser leibliches Wohlbefinden sorgen. Lukasz war heute der Koch und es gab heute mal ein schönes Gericht mit Mais, der natürlich nicht alleine gegessen werden kann, also taten wir ihn eine Mischung aus gefühlvoll angebratenem Speck mit ein paar ordentlichen Bohnen. Es ist übrigens interessant, Speck ist eine kleine Wunderwaffe, denn auch vegetarische Gerichte können ganz gut schmecken, wenn man sie mit Speck anbrät.

Wir hatten eine Sache bei der Wahl unseres Nachtlagers nicht beachtet. Es gab kein vernünftiges Handysignal, was zur Folge hatte, dass Lukasz und ich mit dem Handy in der Hand durch den Wald irrten, um ein vernünftiges Netz zu finden, damit ich die Bilder und den Text für den Blog hochladen konnte. Wir fanden eine Stelle etwas ab von der Hütte mitten auf dem Weg. Ich stellte also meinen Stuhl dort auf und fing an zu tippen. Die Radfahrer und Fußgänger, die mich passierten guckten etwas irritiert dass mitten im Wald jemand mit einem Stuhl saß und etwas tippte. So haben sie wenigstens etwas, was sie beim Abendessen ihrer Familie erzählen können.

Gegen Abend machten wir die Hütte klar für die Nacht und es war ein kleines Kunststück, den Eseln klar zu machen, dass sie mit uns in die Hütte mussten. Aber mit viel Geduld und ein paar Karotten. Gelang uns auch das.

Larry kontrolliert Lukasz Kochkünste
Die Esel sind schonmal drin
Larry und Sjørd sind noch etwas irritiert
schlafen mit Esel

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