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Rainy day…

Aktualisiert: Juni 4


da freut man sich auf den jungen Morgen

O6.03.2020

In der Nacht hatte es sich richtig schön eingeregnet und dadurch war auch der Wasserstand auf der Wiese gehörig gestiegen. Unsere Dächer hatten aber standgehalten und da unsere Sachen alle nicht nur in wasserdichten Packtaschen und die Dinge darin noch einmal einzeln in wasserdichten Packsäcken verstaut sind waren unsere Sachen alle nach wie vor trocken. Im warmen Schlafsack konnte man es trotz der zwei Grad Außentemperatur ganz gut aushalten. Aber leider hatten wir noch einen Termin beim Veterinäramt, um unser Reiseattest für unsere beide Langohren abzuholen und waren somit gezwungen, dass warme Nest zu verlassen. Der Regen machte keine Anstalten nachzulassen geschweige denn aufzuhören. Es half nichts.

Für den unerfahrenen Nichtcamper eine kurze Erklärung zur Verfahrensweise bei diesen Wetterbedingungen. Man geht am Abend mit den Klamotten in den Schlafsack und zieht sich dann darin bis auf die lange Unterwäsche aus, die Klamotten bleiben in der Nacht am Fussende des Schlafsacks. Das verhindert, dass sie am nächsten Morgen kalt und klamm sind. Am Morgen läuft die ganze Prozedur dann rückwärts ab. Nur heute musste zusätzlich im Liegen auch noch die volle Regenbekleidung angelegt werden. Die Bodenverhältnisse auf der Wiese waren wie beim Wacken nur ohne laute Musik dazu. Lukasz hatte sich inzwischen ebenfalls aus seiner Behausung gewagt und zog dabei dem Anlass entsprechend ein Gesicht, wie zehn Tage Regenwetter. Auch die Esel schienen wenig motiviert jetzt beim Amt vorzusprechen. Wir liefen also los quer durch Diepholz. Es war irgendwie lustig die Gesichter der Menschen zu beobachten, die uns nun mitten in der Stadt mit zwei Eseln an der Ampel warten sahen.

Beim Amt wurden wir freundlich begrüßt aber aus irgendwelchen Gründen nicht hereingebeten. Dabei hätten Larry und Sjörd ohne Probleme durch die Tür gepasst. Wir erhielten ohne Probleme unsere Transporterlaubnis und viele gute Wünsche. An dieser Stelle sei einmal erwähnt, dass das Veterinäramt Diepholz in unserem Fall sehr kooperativ und flexibel agiert hat. Es gibt für eine solche Reise keine Bestimmungen in der EU. Es wird immer bei einem Tiertransport über Landesgrenzen von einer Verladung der Tiere ausgegangen. Bestimmungen für einen Fußmarsch gibt es schlichtweg nicht. Auch hat das anscheinend aus diesem Landkreis noch niemand gemacht. Schon gar nicht mit einem Esel mit holländischem und einem Esel mit französischem Pass. Vielen Dank allen Beteiligten an dieser Stelle.

Als wir zurück auf unsere Wiese kamen, ärgerte ich mich sehr, dass ich unseren Besuch beim Landkreis nicht gleich genutzt hatte, um mich zu beschweren, dass unserem Campinggrund noch kein Bademeister zugeteilt war. Auch vermisste ich Rettungsringe am Rande der Wiese. Es blieb nichts anderes übrig, als zurück in den warmen Schlafsack zum abwettern und Tee trinken zu kriechen. Der restliche Tag plätscherte somit dahin und da die Temperaturen nicht gerade zum Baden einluden, blieben alle weitestgehend in ihren Kojen liegen.

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