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Weiter nach Diepholz…

Aktualisiert: Juni 4


über Stock und Stein

05.03.2020

Eigentlich sollten wir heute in Diepholz beim Veterinäramt vorsprechen, um die amtsärztlichen Bescheinigungen für die Esel abzuholen, aber in Anbetracht der Tatsache, dass wir gestern das Tagesziel wegen einer guten Unterkunft haben sausen lassen, ist das Erreichen der Stadt Diepholz am heutigen Tage und dann noch bis 16 Uhr utopisch. Ich kontaktierte also das Amt und verschob unseren Termin auf morgen. Der Inhaber des Gartens hatte mir gestern Abend die Wegbeschreibung zu einer Wiese in Diepholz gegeben, die einer Verwandten von ihm gehört. Wir entschlossen uns also, diese Wiese heute noch zu erreichen. Dann könnten wir dort einen Tag pausieren und morgen früh in Ruhe mit Sjörd und Larry ohne Gepäck zum Veterinäramt gehen.

Wir hatten gestern festgestellt, dass unser Gepäck noch nicht stimmig ist. Der Packsattel von Larry ist zu kopflastig und Fischi hat immer noch zu viel Gewicht auf dem Rücken. Also sortierten wir noch ein paar Dinge aus und ließen sie bei der netten Familie zurück bevor wir uns wieder auf den Weg machten. Sie werden dort in den nächsten Tagen abgeholt.

Wir marschierten weiter entlang der B51. Es ist nicht schön an der Bundesstrasse zu laufen, aber heute musste es der direkte Weg sein. Ich wollte die Sache mit dem Veterinäramt noch vor dem Wochenende erledigt haben. Das ist der letzte Termin, den wir auf unserem Marsch och einhalten müssen. Danach ist der Druck weg und wir können unser Tempo finden.

Was dann passierte ist nicht wirklich spektakulär. Wir setzten einen Fuß vor den anderen und die Esel taten das gleiche mit ihren Hufen. Fussel schwebte dazwischen auf ihren vier Pfoten immer hin und her. Wir erreichten den Kreisel vor Diepholz und ich stellte fest, dass das ein anderer Kreisel war als der, den ich meinte in der Wegbeschreibung zu der Wiese zu kennen. Ich rief also unseren freundlichen Gastgeber von gestern an und fragte nach dem Weg. Er gab mir eine kurze Beschreibung und wir zogen weiter. Wir machten nach ca. zwei Kilometern an einer Bushaltestelle Pause. Unsere Reise dauert jetzt schon ein paar Tage an und das vermittelt einem das Gefühl, weit gereist und somit fern der Heimat zu sein. Ich wunderte mich daher kurz sehr, dass so viele Autos mit dem heimatlichen Kennzeichen „DH“ an uns vorbei fuhren.

Nach kurzer Zeit hielt ein weißer BMW gegenüber von uns an und eine Frau begrüßte uns herzlich. Sie hätte schon von uns gehört und fände das toll, was wir machten. Es stellte sich heraus, dass sie die Verwandte unseres gestrigen Gastgebers ist und somit die Besitzerin der Wiese, die wir gerade ansteuern wollten. Sie geleitete uns dort hin und wir mussten leider feststellen, dass die Wiese vom Regen der letzten Zeit ein wenig unter Wasser stand. Es war bereits fast dunkel geworden und so hatten wir nicht die Möglichkeit uns nach einer Alternative umzusehen. Der Pilger nimmt, was er kriegt und ist dankbar dafür.

Mit unseren Taschenlampen suchten wir uns eine Ecke mit halbwegs trockenem Boden und schlugen unser Lager auf.. Gerade noch rechtzeitig bevor der große Regen kam. Also hieß es, nichts wie unters Dach und in die Schlafsäcke. Wenn es geht muss man sich bei solcher Wetterlage hinlegen so lange einem noch warm und trocken zumute ist. Hinlegen, einmummeln und schlafend abwettern ist die Devise.


Larry kontrolliert lieber selber, ob nicht doch ein Bus fährt

Der Fisch macht den Esel schick

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